Wer sind die wahren Freunde der Biosphäre? Nicht jene, die davon profitieren, sondern solche, die wirklich daran glauben. Und wie sieht ihr Weltbild aus?
Als der SPHÄRMAN 2023 damit begann, über die Biosphärenpläne für Oberschwaben-Allgäu zu berichten, war schnell klar, wer die Protagonisten des Schutzgebiets sind: einerseits Ideologen und andererseits Opportunisten des Parteienstaats in politischen Positionen und Amtsstuben.
Dabei handelt es sich mehr oder weniger um Grüne und CDU-ler zu gleichen Teilen. Über die Namen und die (oft sehr eigennützigen) Motive kann man auf meiner Website in zahlreichen Artikeln nachlesen.
Um ihre Ziele zu erreichen, greifen diese Leute fast schon automatisch zu einer bewährten Sozialtechnik: der Lüge. Völlig egal, ob der Betrug wenig später auffliegt. Es verhält sich im kommunalen Kosmos genauso wie in der großen Politik.
Man fragt sich, wie lange das noch gutgeht. Aber das ist ein anderes Thema.
So sind allerdings nicht alle. Zu einem Projekt, auch wenn es noch so irre und sinnlos erscheint wie die Biosphäre, gehören auch Menschen, die daran GLAUBEN. Solche, die wirklich der Meinung sind, dass sie auf der richtigen Seite stehen. Zum Beispiel, weil sie den Gedanken mögen, dass so eine Biosphäre die Welt ein bisschen besser macht.
Ende 2023 veröffentlichte der SPHÄRMAN ein Gedicht, das eine Biosphärenfreundin schrieb, als sie mit Gleichgesinnten zu einer politischen Tagung im beschaulichen Dörfchen Guggenhausen gekommen war. Zwei Absätze über die Biosphärengegner machen rasch klar, woher der Wind weht…
Die einen sind des Landes wegen
wie auch des Walds, den sie besitzen,
schon aus Prinzip total dagegen.
Sie motiviert mehr Eigennutz,
und weniger der Moore Schutz.
Das geben sie auch offen zu.
Denn ihnen lässt es keine Ruh,
dass ihr Besitz an Wald und Land
(seit jeher nur in ihrer Hand)
und ihre Freiheit, den zu nützen,
ihn zu gestalten, ihn zu schützen,
die jetzt geplante Biosphäre
einschränken könne, gar verwehre!
Zum ganzen Gedicht und Artikel über das linke Weltbild dieser Biosphärenfreunde geht’s → hier.
Der SPHÄRMAN ist mit solchen Leuten ganz sanft. Aus unterschiedlichen Gründen. Einer davon ist: Vielleicht haben die Biosphärenbefürworter sogar recht. Ja, richtig gelesen.
Die Möglichkeit selbst im Irrtum zu wohnen, darf man nie ausschließen. Auch wenn alle Fakten dagegensprechen. In der Philosophie nennt man das den epistemischen Zweifel. Ein wunderbares Werkzeug, um bestehendes Wissen zu hinterfragen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Was den epistemischen Zweifel allerdings hemmt, ist diese schreckliche Lügerei. Denn wenn man jede grundsätzliche Aussage der Biosphärenpolitiker umdreht wie einen Stein und darunter die Lügen wimmeln wie Asseln, muss man schon sehr stark sein, um am Prinzip des Selbstzweifels festzuhalten.
Unter den Empfängern dieses Newsletters befinden sich natürlich auch solche, welche die Biosphärenpläne von BW-Umweltministerin Thekla Walker und ihrer Entourage aus voller Überzeugung gutheißen. Und das freche Geschreibsel des SPHÄRMAN gar nicht mögen. Auch die sind mir wichtig. Ehrlich. Insbesondere, wenn sie mir schreiben. Egal ob sachlich oder empört oder einfach nur wirr. Sie eröffnen dem SPHÄRMAN neue Einblicke und helfen ihm, die Qualität der eigenen Arbeit zu überprüfen.
Auf der Verteilerliste des SPHÄRMAN stehen (neben anderen) ein paar Tausend Gemeinderatsmitglieder in Baden-Württemberg. Einer davon – er ist erst knapp über 25 und hat vor Kurzem mit dem Lehramtsstudium begonnen – schrieb am Vormittag des 5. Juli dem SPHÄRMAN zwei Kommentare, die in ihrer emotionalen Wucht tief blicken lassen:
Politikkritik ohne kapitalismuskritik ist mir zu stumpf das fühlt sich an wie die bild dieses wurst ding hier hört mich auf zu belästigen und fick euren ‚Journalismus‘ ki scheiße ihr trottel
und in einer zweiten Nachricht…
Was das denn für ne ki scheiße geh dich ficken du grünen hater. Der kapitalismus ist das problem und somit alle bürgerlichen parteien
In seiner Gemeinde trat der engagierte Schreiber und künftige Lehrer bei der Kommunalwahl 2024 für die Freien Wähler an (warum eigentlich für die?) und erzielte unter allen Kandidaten das zweitbeste Stimmenergebnis.
Was lernt der SPHÄRMAN aus dieser Zuschrift?
- Der junge Gemeinderat verwechselt Kapitalismus mit Marktwirtschaft. Ein häufiger Irrtum unter Linken.
- Gut, dass der SPHÄRMAN keine Kinder oder Enkel hat, die in Baden-Württemberg zur Schule gehen müssen.
- Die Biosphärenpläne Stuttgarts sind diesem Ratsmitglied ziemlich wurscht. Es geht ihm um etwas anderes, wenn er an die Biosphäre denkt.
Fazit: Ist für manchen Biosphärenfreund das Schutzgebiet nur ein Symbol im Kulturkampf gegen alles, was nicht links ist?




